Dienstag, 29. Juli 2025

Der heutige Tage sollte uns eigentlich auf der Zugspitze stehen sehen, aber da der Gipfel unter einer leichten Schneedecke liegt, sahen wir uns nach einer Alternative um: der Croda de r’Ancona im Fanesgebiet.

Die Wetterprognosen waren alles andere als vielversprechend: Regen, Nebel, Wind, aber auch Sonne sollten uns erwarten. Doch der Berg hatte andere Pläne – zum Glück.

Am frühen Morgen standen wir am km 113,2 der Alemagna, an einem unscheinbaren Steig, dem Einstieg zur Croda de r’Ancona (auch Monte Cadini). Der Himmel war doch nicht so grau, die Luft frisch, und trotz der Vorhersagen wagten wir den Aufstieg. Der Pfad schlängelte sich im Zickzack aufwärts durch Wald und steile Geröllfelder. Unterkünfte und Höhlen, Erinnerungen an den ersten großen Krieg, klebten an den Felsen. Bald standen wir an der Bus de r’Ancona, einem großen Felsenfenster. Die restlichen 200 Höhenmeter zum Gipfel waren etwas alpiner, ausgesetzter, in leichter Kletterei über Felsvorsprünge. Am Gipfel empfing uns frischer Wind und eine atemberaubende Aussicht: Hohe Gaisl, Cristallo, Piz Popena, Tofane, und weit hinten lugten die Drei Zinnen hervor. Wir genossen die Aussicht und die Befriedigung, am Gipfel einer doch nicht ganz einfachen Bergtour zu stehen.

Der Abstieg bei kaltem Wind führte über Felsen, Schützengräben und eine steile Flanke in den Bergwald von Son Pouses. Bis hierher waren wir nur zwei Bergsteigern begegnet. Auf dem Forstweg vom Val di Gotres hinunter zur Alm ra Stua überholte uns noch ein Gravel-Fahrer, dann tauchten wir wieder ein in die Zivilisation. Auf dem Steig hinunter zur Alemagna überraschten wir eine Gams, die uns nach schneller Flucht aus sicherer Entfernung beäugte.

Allen düsteren Wetterprognosen zum Trotz war die Tour ein einsames Erlebnis inmitten einer riesigen Felskulisse.

Maria, Thomas, Georg, Armin